Stellen Sie sich vor, Sie sind stellvertretender Chefredakteur eines Blattes, das sich mit den Trends im Internet und auf mobilem Gebiet auseinandersetzt. Und nun stellen Sie sich vor, Sie schreiben im Kommentar der Ausgabe 4 vom Februar 2010 folgenden Text:
"Wird das iPad alles ändern?
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Auszüge - unsere Anmerkungen in Klammern)
Als Apple das iPhone 2007 auf den Markt brachte, habe ich nicht damit gerechnet, dass dieses Mobiltelefon solch weitreichende Auswirkungen auf unsere Branche haben würde. (
Das kann passieren. Allerdings hätten wir bei einem Fachmann da mehr "Einfühlungsvermögen" erwartet …)
Nach Angaben von Apple wurden seitdem rund 250 Millionen iPhones verkauft, eine ungeheure Menge, wenn man bedenkt, dass in der Zeit weltweit rund 3,5 Milliarden Mobiltelefone insgesamt abgesetzt wurden.
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Das ist ja mal ein Aussage! Was? – 250 Mio. iPhones … laut Apple-Angaben??? Im Oktober 2009 waren es jedenfalls 25 Mio. - Uuuups mal eben um Faktor 10 verschaut. Peinlich für einen stellvertretenden Chefredakteur …)
(...) Und nun das iPad. (...) Sie (die Analysten) verorten das in einer Lücke zwischen iPhone und einem noch variableren (und deutlich billigeren) Netbook. Die Kritik, die das iPad auslöste, hat große Ähnlichkeit mit der, die zum iPhone bei seiner Markteinführung laut wurde: Es unterstützt wichtige Web-Standards wie Java Script und Flash nicht, es setzt auf proprietäre Apple Apps, ihm fehlen technische Innovationen wie ein OLED-Bildschirm oder eine eingebaute Kamera. (
Wow. Jetzt wirds wirklich elend: Kein Java Script? Was er meinte war Java, aber das macht nichts, denn er ist ja Chefredakteur. Und Flash ist ein "Webstandard"? Kann mich nicht erinnern, dass das internationale Gremium diese proprietäre Technologie als "Webstandard" definiert hat. Dafür kann das iPhone schon HTML 5 … Und dann KEINE Kamera? Was war das dann, mit dem ich in meinem ersten iPhone Fotos gemacht habe? EGAL …)
(...) Ich glaube dennoch nicht, dass das iPad die Medienwelt so stark verändern wird wie das iPhone. Denn fast alles, was ein iPad kann, kann das so populäre iPhone genauso. Dennoch hat dieses Telefon auch drei Jahre nach seinem Erscheinen noch keinen Verleger reich gemacht."
Der Mann ist stellvertretender Chefredakteur. Das, was er hier abliefert ist nicht mal eines Praktikanten würdig. Selbst der hätte die Fakten richtig zusammengebracht. Eingangs erwähnt der Herr Chefredakteur noch, dass er den Erfolg des iPhone nicht vorhergesehen hat. Und nun tappt er wieder in dieselbe kleine Falle.
Wird das iPad ein Erfolg? Keine Ahnung. Aber die Chancen sind eindeutig groß. Zumal das iPad soviel mehr Möglichkeiten bietet als ein iPod touch oder iPhone.
Was uns allerdings seit diesem Kommentar wirklich umtreibt: wenn er bei diesem Text schon so viele "Fehler" drin hat, was kann man dann von seinen bisherigen Texten halten?
Update: Laut
iphonemeter.com sind derzeit weltweit rund 33 Mio iPhones verkauft.