Jaja, geschenkt. Das iPad ist nichts für den Nerd und Geek. Es hat kein Multitasking, kein Flash, und zum lesen von Büchern langen 10 Stunden Betrieb sowieso nicht.
Das alles wurde und wird hinreichend in zigtausenden von Blogs, Webseiten und Diensten diskutiert.
Aber irgendwie sieht keiner den wahren Wechsel.
Als vor kanpp 25 Jahren das DTP erfunden wurde, von Aldus (PageMaker), Adobe (Postscript) und Apple da lächelte eine ganze Branche über die kleinen Macs mit Microbildschirm. Die sollten eine Gefahr für professionellen Lichtsatz und professionelles Klebe-Layout darstellen, von Reinzeichnern mal ganz abgesehen?
Wir wissen, was die Jahre brachten. Der Lichtsatz und die EBV verkamen zu bloßen "Dateibelichtern", die dann auch noch verschwanden mit Direct-to-plate Druck-pdfs. Der Beruf des klassischen Reinzeichners ist ausgestorben, und keine Redaktion der Welt arbeitet heute noch mit Klebelayout.
Die Print-Medienindustrie hat sich nach dramatischen Einsparungen, dem Wegfall ganzer Dienstleistungszweige neu erfunden bis, ja bis das Internet kam.
Da wurde auch gelächelt. Das Internet brauchte auch seine Zeit (vor allem für die "installierte" Basis - den User) und wieder kommt der Wechsel brutal und natürlich "unerwartet". Nachdem im Internet alles "gratis" ist, haben die Medienhäuser definitive Probleme sich zu finanzieren. Bannerwerbung langt halt selten. Und die finanziellen Spritzen der Print-Abteilung werden weniger, je weniger dort verdient wird.
Auftritt iPad. Der Rettungsanker? Nehmen wir mal an, das ist so. Zeitungen, Bücher und Zeitschriften laufen über den kostenpflichtigen Download, ganz so wie Musik hätte von Anfang an laufen sollen.
Die nächste grundlegende Änderung wird eingeleitet:
1. Die Anzahl der Kioske, die Zeitschriften verkaufen, wird dramatisch zurückgehen, zumal der Tabak als Ersatzumsatz ebenfalls stirbt
2. Die Anzahl der Buchhandlungen wird dramatisch zurückgehen, wenn immer weniger Leute echte Bücher kaufen und nur downloaden
3. Kleine Berufe, wie der Zeitungsausträger um die Ecke, werden für immer verschwinden
4. Die Konzentration im "New Print-Bereich (also iPads und Derivate)" wird zunehmen, Gatekeeper werden amazon, apple und google sein
5. Der Beruf des Print-Layouters wird verschwinden - genauso wie der Beruf des Setzers und Lithografen verschwunden ist
6. Wer sich als Kreativer nicht bereits jetzt mit den neuen Medien beschäftigt, wird morgen arbeitslos sein
Maue Aussichten, wenn man zu den obengenannten Gruppen gehört. Andererseits gab’s das immer schon, dass neue Technologien alte verdrängen und das Dienstleistungsgewerbe völlig neu "erfunden" haben.
Wenn man sich das alles vor Augen führt, scheint das Fehlen von "Flash" und "Multitasking" in der Tat das kleinste Problem zu sein …
Don Alphonso über "Soziale Netzwerke".
Es gibt ihn noch, den "Gesunden Menschenverstand".
Da sind wir uns, glaube ich, alle einig?*
Ausser den Jungs bei ADOBE natürlich …